Heraldik - Das Wappen der Aumanns

wappenaumannJohann Georg Aumann, geb. 1653 in Hanau, gest. 1728 in Babenhausen, Bürgermeister, (siehe Genealogie), siegelte im Jahre 1698 neben weiteren Personen eine testamentarische Verfügung mit seinem nachstehend abgebildeten Wappen.

Bis zum Jahre 1712 ist auf weiteren Urkunden sein Siegel zu finden. Damit hat er für alle nach ihm lebende Generationen im männlichen Stamme - bisher waren es acht Generationen - ein für sie gemeinsames Zeichen gestiftet, das nunmehr ihrer Verbundenheit und ihrem familiären Zusammenhalt dienen soll.

Allgemein

Wo wir auf dem Boden älterer Kulturen auch hinschauen, begegnen wir Wappen.
Ob an alten geschichtsträchtigen Gemäuern, Fensterverglasungen, Hausportalen, Grabsteinen, Städte– oder Länderbeschreibungen, Exlibris alter Bücher oder Familienchroniken, überall sind unübersehbar die Folgen der weit in die Antike zurückgehenden Notwendigkeit erkennbar, Zeichen der Unterscheidung, der Zusammengehörigkeit oder der unverwechselbaren Identität zu schaffen.

Ihren Höhepunkt erreichte die Heraldik im 11. und 12. Jahrhundert. Sicherlich gefördert durch die Tatsache, dass die Ritter im Kampfe ihren gesamten Körper einschließlich des Kopfes durch Rüstungen schützten und somit weder Freund noch Feind sie im Schlachtengetümmel erkennen konnte. Zur Unterscheidung malte man deshalb farbige Zeichen auf die großen Schilde, Kleidung und sonstigen Ausrüstungsteile. Der hauptsächliche Träger der Zeichen, das „Wappenschild", wurde später nur „Wappen" genannt.

ritterIn der weiteren Entfaltung des Rittertums und besonders des Turnierwesens übernahmen die Herolde, ursprünglich die Heeresboten, die Überwachung über das rechtmäßige Führen der Wappen. Sie begannen ein Register des Wappenbestandes, legten Regeln für das Wappenbild fest und bildeten dazu eine Fachsprache aus, die in ihren Turnierbüchern vorbildlich zum Ausdruck kommt. Diese grundlegenden und zur Allgemeingültigkeit erhobenen Bedingungen für den Entwurf und das Tragen von Wappen, bildete auch die Grundlage für die bürgerliche Heraldik der damaligen Zeit.

Große Meister nahmen sich ihrer an, so Albrecht Dürer und weitere, die der Heraldik mit Darstellungen bürgerlicher Wappen zu höchstem Niveau verhalfen. Schon ab dem 13. Jahrhundert gibt es Belege dafür, daß auch Geistliche, Bauern und Bürger Wappen annahmen. Gefördert sicherlich von der Notwendigkeit, daß schriftliche Vereinbarungen, Verträge und Handelsgeschäfte zur damaligen Zeit höchstmögliche Rechtssicherheit durch das persönliche Siegel erreichten.

(heute noch: „Dies geb ich dir mit Brief und Siegel.") Und dies galt für die Adligen, wie auch für die Bürger und Bauern, gleichermaßen. Somit trug das Siegelwesen zur weiteren Verbreitung der Heraldik bei.

Wappen wurden zum Kennzeichen einer Person, einer Familie sowie als Herrschafts- und Gebietswappen geführt. Die Französische Revolution, mit der konsequenten Abschaffung aller feudalistischer Reglements und Herrschaftssysteme, brachte der Heraldik einen abrupten Niedergang, der allderdings nur ein halbes Jahrhundert dauerte. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Heraldik eine großartige Renaissance, und stieg neben dem Siegelwesen (Sphragistik), beides als Teilgebiete der Geschichtswissenschaften, auf neue Ebenen.

- Wer darf ein Wappen führen?
- Unberechtigtes Führen
- Schutz

Ein bestehendes Wappen darf nur der führen, der vom Wappenstifter oder ersten nachweislichen Träger des Wappens in direkter männlicher Linie abstammt. Frauen führen das Wappen des Vaters oder des Mannes oder beides zusammen. Auf keinen Fall begründet Namensgleichheit mit wappenführenden Familien ein Recht auf deren Wappen. (Dr. Andreas Kalckhoff: Heraldik aus 9 Jahrhunderten, Zur Geschichte des Familienwappens, Herausgeber Pro Heraldica, Stuttgart)

Als Kennzeichen unterliegt das Wappen dem für alle Kennzeichen, wie Familiennamen (Paragraph 12 BGB), Firma im Sinne von Handelsnamen eines Kaufmanns (Pargraph 17, Paragraph 30 HGB), Warenzeichen (Paragraph 5 Warenzeichengesetz) usw. geltenden Grundsatz, daß sich jedes Zeichen von einem anderen, schon bestehenden Zeichen gleicher Art hinreichend unterscheiden muß. Wenn also zwei Personen ein identisches Wappen führen sollten und es kommt zum Rechtsstreit, dann ist es entscheidend, wer den Gebrauch dieses Wappens zu einem früheren Zeitpunkt nachweisen kann.

Mit der Eintragung des Wappens in eine Wappenrolle ist der Zeitpunkt seiner Annahme und der Nachweis des berechtigten Führens in vorgenanntem Sinne abgesichert.